Der Iran – Liebenswertes Reiseland mit Negativimage
31 Jan , 2016

Der Iran – Liebenswertes Reiseland mit Negativimage

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Es gibt kaum ein Land im Mittleren Osten, das eine so reiche Historie hat wie der Iran. Neben seiner bewegten Geschichte hat das Land wunderschöne Landschaften zu bieten, die ihresgleichen suchen. Gleichzeitig haftet dem Iran ein außerordentlich schlechtes Image an – der amtierende Präsident Ahmadinedschad beteuert eins ums andere Mal, man wolle die Kernenergie friedlich nutzen und keine Massenvernichtungswaffen konstruieren. Seinen Äußerungen werden im westlichen Ausland nur wenig Glauben geschenkt, und so können sich viele Menschen nicht vorstellen, auch nur einen Fuß in dieses Land zu setzen.

Wer dennoch in den Iran reist, bekommt dort ein völlig anderes Bild als das, was ihm in den Medien präsentiert wird. Der Ankunftsort für die meisten Iran-Touristen ist die Hauptstadt Teheran. Dort angekommen erlebt man eine Überraschung: Die Infrastruktur ist modern und bewegt sich auf westlichem Niveau. Auf den teilweise zehnspurigen Autobahnen fahren keine schrottreifen Vehikel, sondern Autos modernster Bauart. Der Verkehr ist mörderisch, sogar nachts kommt es zu Staus. Die Bautätigkeit in der Stadt ist enorm – an fast jeder Ecke werden moderne Wohn- und Bürogebäude errichtet. Anders als in vielen westlichen Städten sind die Wohnungen hier sehr großzügig dimensioniert: Die durchschnittliche Wohnfläche beträgt mehr als 100 Quadratmeter.

Hält man sich an gewisse Verhaltensregeln, insbesondere was die Kleidung betrifft, ist der Iran ohne Zweifel eine der angenehmsten Gegenden des Mittleren Ostens. Die Küche ist schmackhaft, und die Menschen sind so gastfreundlich, dass man sich fast schämt. Wer die Chance hat, zum traditionellen Freitagsgebet zu gehen, sollte diese Gelegenheit wahrnehmen: Dort werden politische Ereignisse der vergangenen Woche diskutiert. Die Regierung muss sich dort für ihr Tun und Handeln verantworten, und das in aller Öffentlichkeit. So viel Bürgernähe sind westliche Touristen nicht gewohnt.

Bei einer Rundreise durch den Iran gehören die sagenumwobenen Städte Isfahan und Yazd zum Pflichtprogramm. Die große Salzwüste Dasht-e Kavir und das imposante Elburz-Gebirge sind ebenfalls einen Abstecher wert. Der Höhepunkt einer jeden Iranreise sind jedoch die prächtigen Ruinen von Persepolis. Die antike Palaststadt liegt im Süden des Landes und zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Anlagen haben ein Alter von ca. 2500 Jahren und wurden 1971 auf Anweisung des letzten amtierenden Shahs, Mohammad Reza Pahlavi, aufwendig restauriert und für touristische Zwecke umgestaltet.

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David

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